Loßburg

Der Loßburger Pass ist der niedrigste des mittleren Schwarzwaldes; er ist nur 665 m hoch und ist erst im 19. Jahrhundert, vor allem durch die 1886 eröffnete Kinzigtalbahn verkehrsmäßig erschlossen worden, wobei er aber nie die Bedeutung der alten Verbindungswege im Norden (Kniebis) und im Süden (Brandsteig-Zollhaus bzw. Schramberg-Sulgen) gehabt hat. Sowohl der Ortsname "Loßburg"' als auch der trotz teilweiser Überbauung noch deutlich sichtbare "Schlossbuckel" halten die Erinnerung an die von den Grafen von Sulz nach 1252 an die Geroldsecker übergegangene gleichnamige Herrschaft wach.
Die ehemalige Lossburg im Mittelalter
Die ehemalige Lossburg im Mittelalter

Die Burg wurde von den letzteren Herren zwischen 1252 und 1272 erbaut. Noch 1975 wurde davon bei einer Baumaßnahme das Fundament eines mächtigen Rundturmes ergraben und wieder abgedeckt. Loßburg ist in einer Urkunde des Stiftsarchivs St. Paul in Kärnten (U 327) im Jahre 1282 erstmals genannt. Der von den Herren von Geroldseck noch vor 1301 versuchten Erhebung des Burgweilers zur Stadt war kein dauernder Erfolg beschieden - immerhin hat aber das Marktrecht die Jahrhunderte überdauert.

Noch 1493 ist von einer Schlosskapelle, um 1567 aber nur noch von einem Burgstall (Stelle einer abgegangenen Burg) die Rede. Nachdem die Schenkenzeller Linie derer von Geroldseck Loßburg zusammen mit Lombach und Schömberg ab 1468 für längere Zeit an Wirtemberg verpfändet hatte, musste sie aus finanziellen Gründen 1501 die gesamte Herrschaft, die damals außer Loßburg, Lombach und Schömberg auch Wittendorf, Büchenberg, Weiler (24-Höfe), Brändi, Romsgrund, Oberiflingen und Schopfloch umfasste, für 4000 fl. an das Kloster Alpirsbach verkaufen.

Die durch Kaiser Maximilian 1504 erfolgte Belehnung mit dem Blutbann wurde 1530 von Kaiser Karl V. bestätigt. Die Herrschaft war jedoch nie ein in sich geschlossenes, nach außen hin klar umrissenes Territorium in modernem Sinne, in welchem der Herr auf allen Gütern und über alle Insassen gleichwertige Hoheitsrechte hätte wahrnehmen können. So gehörten beispielsweise die "18 Höfe", die im Bereich des Fischbachtals auf die alten Gemarkungen von Lombach, Loßburg, Rodt und Wittendorf verteilt waren, dem Priorat Reichenbach nicht nur als Grundlehen, sondern dieses hatte dort auch mit dem zugehörigen "Stählinshof" (= Stuhl = Gericht) einen eigenen Gerichtssitz, wie das aufschlussreiche Weistum von 1477 bezeugt.

Aus Loßburg stammt auch der stark militante Bauernführer Thomas Maier ("ain Kriegsmann"), der im Bauernkrieg mehrere Burgen plünderte, die Feste Albeck bei Sulz eroberte, maßgeblichen Anteil an der Erstürmung der Stadt Herrenberg hatte und nach seiner Gefangennahme im Zinsbachtal nach der verlorenen Schlacht bei Böblingen 1525 in Tübingen zusammen mit seinem Leutnant Philipp Müller, ebenfalls aus Loßburg stammend und anderen Bauernführern enthauptet wurde.

Nach der im Herzogtum Wirtemberg durchgeführten Reformation verblieb Loßburg mit der gesamten Herrschaft beim Klosteramt Alpirsbach. Nach dessen Auflösung (1805 bzw. 1810) wurde das ganze Gebiet der alten Herrschaft Loßburg mit Ausnahme von Schömberg, das wie Reinerzau zunächst für ein halbes Jahr dem neu gebildeten Oberamt Oberndorf angehörte, dem um das Amt Dornstetten und das Klosteramt Reichenbach vergrößerten Oberamt Freudenstadt zugeteilt.

Bis 1465 war Loßburg Filial der Oberiflinger Kirche. Die damals von der Gemeinde mit pfarrlichen Rechten gestiftete Kaplanei wurde in der Reformationszeit oder kurz danach aufgehoben. Der Ort wurde zunächst Wittendorfer, dann Lombacher Filial. Erst 1875 wurde eine selbständige Pfarrei gegründet. Die Kirche zum Hl. Jakobus ist schon 1409 erstmals urkundlich bezeugt. Von dieser alten ersten Kirche steht heute nur noch der Turm mit gotischem Kreuzgewölbe und Satteldach. Das jetzige Schiff trat 1833 an die Stelle des alten, welches ganz abgerissen werden musste. Im Jahre 1989 wurde die aufgrund eines Kirchenneubaus nun nicht mehr benutzte Jakobskirche zum Bürgerhaus umgebaut.

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