Loßburger Zukunftskonferenz im Kinzighaus am 20. und 21. März 2026

Wie ist ihre Vision für Loßburg im Jahr 2036? Das war die Kernfrage, zu der die rund 60 Teilnehmenden am Ende der Zukunftskonferenz ihre Vorstellungen für die Entwicklung von Loßburg präsentierten.
Vorausgegangen waren zwei arbeitsintensive halbe Tage im Kinzighaus. Die Zukunftskonferenz von Loßburg entstand auf Initiative der BürgerEnergie Nordschwarzwald-Gäu (BENG) und der Gemeinde Loßburg und wurde von der Aktionsgruppe LEADER gefördert. Dieses Format der Bürgerbeteiligung wurde erstmals in Loßburg und Umgebung eingesetzt.
Die Konferenz unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Christoph Enderle wurde von Dr. Frank Wiehe, Vorsitzender der Aktionsgruppe LEADER, eröffnet. Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichsten Perspektiven kamen miteinander ins Gespräch über die Zukunft von Loßburg. Die Leitung und Moderation hatte Lothar Sauter, Vorstandsmitglied der BENG, er war auch für die perfekte Organisation verantwortlich.
Am ersten Tag sollten die sieben Gruppen eine Bestandsaufnahme mit dem Blick auf die Gegenwart erarbeiten. Dabei wurden die Gruppen nach verschiedenen Interessengebieten zusammengesetzt, zum Beispiel eine Gruppe mit Vertretern der kommunalen Gremien, eine mit dem Fokus auf Ökonomie und Ökologie, eine weitere befasste sich mit den Themen, Bildung, Schulen, Kinder. Die Fragen an diesem ersten Tag lauten, „worauf bin ich stolz“ und „was bedauere ich“? Am zweiten Tag wurden die Gruppen dann völlig neu zusammengesetzt, aus jeder der „alten“ Gruppen wurde jeweils ein Teilnehmender in die neue Gruppe entsandt. Damit sollte eine möglichst breite Sichtweise erreicht werden, aber auch ein guter Mix aller Mitwirkenden. Auffallend viele Jüngere hatten sich die Zeit genommen, um über die Zukunft ihrer Gemeinde nachzudenken. Immer wieder bildeten sich so auch kleine Grüppchen, die miteinander ins Gespräch kamen. Sie alle hatten nun die Aufgabe, eine gemeinsame Zukunft für ihre Gemeinde zu entwickeln und daraus Ziele und Projekte abzuleiten. Die Ergebnisse sollten nicht in Form eines Vortrages präsentiert, sondern lebendig in spielerischer Form vorgestellt werden. Dabei bewiesen die Gruppen erstaunlich viel Phantasie und begeisterten das Publikum. Der Lombacher Ortsvorsteher Peter Weigold drehte eine Runde auf dem Fahrrad durch‘s Kinzighaus und bespielte damit das große Thema „Radwege“. Pfarrer Ernest Ahlfeldt stellte als Rentner auf dem Weg von der Sauna zum Kartenspielen beim Seniorentreff erneut sein großes schauspielerisches Können unter Beweis. Schaut man sich im Detail an, wie die Loßburgerinnen und Loßburger sich ihre Heimat in 10 Jahren vorstellen, so lässt sich diese Vision so zusammenfassen: Es gibt endlich- nach mehr als 20 Jahren- einen Alltagsradweg nach Freudenstadt. Auch die Radwege in allen Teilorten sind durchgängig befahrbar. Zugleich macht der deutlich ausgebaute ÖPNV - mit Bahnhaltepunkt in Loßburg- eine Beruhigung des Durchgangsverkehrs möglich. Dadurch kann der Rathausplatz zu einem Ort der Begegnung mit viel Grün, Bänken und einer Eisdiele oder einem Café werden. Es gibt Läden mit regionalen Angeboten, bedarfsgerechte Wohnkonzepte, gute Sport- und Freizeitstätten. Innovative neue Arbeitgeber bieten interessante Arbeitsplätze an, Bildungseinrichtungen und Vereine nutzen gemeinsam Ressourcen. Loßburg ist - komplett oder zumindest weitgehend -energieautark und auch digitalisiert, die Gemeinde gilt als besonders familienfreundlich. Durch eine Vielzahl von Begegnungsmöglichkeiten ist eine lebendige und starke Gemeinschaft entstanden, die Menschen leben gerne in Loßburg.
Bürgermeister Christoph Enderle zeigte sich begeistert vom Input und den konkreten Ergebnissen. „Am Thema Radwege sind wir dran, einige Teilorte sind schon gut angeschlossen. Für den Radweg nach Freudenstadt liegen fertige Pläne seit zwei Jahren in der Schublade, wir hoffen, dass die nun endlich realisiert werden können“, sagte Enderle. Zudem versprach er, künftig einmal im Jahr eine Bürgerinfo-Veranstaltung, damit klar werde, „wo wir gerade stehen“.
Lothar Sauter wird nun mit einem Team die Ergebnisse aus der Konferenz aufbereiten und im Gemeinderat vorstellen.
