Spatenstich Kläranlage Wittendorf - Anschluss an den AOG in Glatten

Die Gemeinde startet ein weiteres Großprojekt und rüstet sich beim Abwasser für die zukünftigen Herausforderungen
Die Kläranlage Wittendorf soll außer Betrieb genommen und an die Verbandskläranlage Oberes Glattal angeschlossen werden. Grundlage bildet ein 2023 erstelltes Strukturgutachten. Künftig wird das Abwasser in Wittendorf mechanisch vorgereinigt und für eine zentralen Reinging zur Verbandskläranlage befördert.
01 - Leitungsbau
In einer ersten Phase werden rund 1.200 m DA160 Abwasserdruckleitung vom neuen Pumpwerk zum Hochpunkt am Sportplatz Wittendorf verlegt. Von dort ist die Errichtung eines ca. 1.800 m DN 250 langen Freispiegelkanals für die Ableitung des Abwassers zum bestehenden Kanalnetz in Ursental vorgesehen. Ab Ursental fließt das Abwasser im bestehenden Kanal zur Verbandskläranlage Oberes Glattal. Veranschlagte Herstellungskosten für die Leitungs- und Kanaltrasse: rund 1,4 Mio. €.
02 - Umbau Kläranlage
Die bisherige Kläranlage wird zur Pumpstation mit erneuerter mechanischer Vorreinigung umgebaut. Zum Umfang gehören die Ertüchtigung des Trennbauwerks und des bestehenden Betriebsgebäudes, eine neue Rechenanlage mit Sandklassierer sowie ein Verteilerschacht. Das Nachklärbecken wird zum zusätzlichen Regenüberlaufbecken, das Belebungsbecken zum Havariebecken umgebaut. Das bestehende Regenüberlaufbecken wird ertüchtigt und mit dem neuen Becken verbunden. Hinzu kommt die Pumpstation mit Pumpenschacht, Maschinentechnik und Betriebsgebäude inkl. Photovoltaikanlage. Kostenberechnung auf Basis der Entwurfsplanung: rund 3,3 Mio. €.
Zeitplan: Der Leitungsbau (Abschnitt 1) soll bis Mai 2027 fertiggestellt werden. Der Umbau der Kläranlage
Wittendorf (Abschnitt 2) ist von Sommer 2027 bis Ende 2028 vorgesehen. Dafür wurde ein Zuschussantrag beim RP Karlsruhe gestellt.
Sicherer Betrieb und schonende Trassenführung
Das Pumpwerk wird für eine maximale Förderleistung von bis zu 70 m3/h ausgelegt. Mehrere Pumpen sichern die Abwasserförderung auch bei Wartung oder Störungen. Die umgenutzten Becken schaffen zusätzlichen Rückhalteraum für außergewöhnliche Betriebszustände und Regenereignisse, die in der bestehenden Anlage immer wieder zu einer Überschreitung der Kapazitätsgrenzen führen. Mit dem Anschluss werden Kosten im laufenden Betrieb reduziert und die weitergehende Ertüchtigung der kleinen Kläranlage Wittendorf entbehrlich. Die zentrale Behandlung nutzt vorhandene Kapazitäten im Klärwerk des Zweckverbandes Oberes Glattal und schafft eine langfristige Grundlage für die ressourcenschonende Abwasserbeseitigung und einen verbesserten Umweltschutz.
Bürgermeister C. Enderle zeigte sich erfreut zum einen darüber, dass die Auftragsvergabe an die örtliche Firma Jäkle erfolgen konnte, zum anderen, dass mit einer Förderung das Bauvorhaben seitens des Landes unterstützt wird. Ebenso war in seinen Worten die interkommunale Aufgabenerledigung mit dem ZV Oberes Glatttal herausgestellt. Darüber hinaus betonte der Bürgermeister die gute Zusammenarbeit von Bauamt und FC Wasser als baubegleitendes Ingenieurbüro.
Für den Ortsteil Wittendorf ein weiterer millionenschwerer Investitionenbeitrag in die Zukunft von Loßburg und den sicheren Betrieb der Abwasserentsorgung, so der Bürgermeister.
